Was ist verbindliche Kommunikation?

Kommunikation von Mensch zu Mensch


„Wie machst Du das? Du sprichst ganz direkt an, wenn etwas nicht gut gelaufen ist oder jemand Mist gebaut hat und trotz der deutlichen Kritik nehmen die Angesprochenen das konstruktiv auf und ihr seid weiter in einem guten Kontakt. Wie geht das?“

Meine Antwort: Grundlage für eine gelingende – klare, nicht verletzende und konstruktive – Kommunikation ist das Bewusstsein darüber und die Freude daran, als Mensch mit Menschen umzugehen – verbindlich zu sein. Das bedeutet, sich selbst zu kennen, Respekt vor der Persönlichkeit des Anderen zu haben und verstehen zu wollen, was den anderen motiviert. Kritik kann dann als Angebot zur gemeinsamen Lösungsfindung formuliert und verstanden werden, die Freude an der Zusammenarbeit kann wachsen und die Ressourcen aller Beteiligten stehen für die Arbeit an der gemeinsamen Aufgabe zur Verfügung – anstatt in offener oder oft auch verdeckter Auseinandersetzung auf der Beziehungsebene zu verpuffen.

Unter dem Begriff „verbindliche Kommunikation“ fasse ich die Kommunikations- und Verhandlungskompetenzen zusammen, die es nach meiner Erfahrung braucht, um

  • als Führungskraft den Erfolg von Mitarbeitern1, Teams und Unternehmen mit Freude zu mehren,
  • Geschäftsbeziehungen nachhaltig und zu beiderseitigem Vorteil zu gestalten sowie
  • Verhandlungen strukturiert, kreativ und mit „Win-win“-Ergebnis zu führen.

Verbindliche Kommunikation erfordert


  • Klarheit über die eigene Persönlichkeit, die eigenen Ziele und Motive
  • die Fähigkeit, den anderen und dessen Ziele und Motive zu verstehen und
  • das Know-How, in einen verbindlichen und Gewinn bringenden Austausch darüber einzutreten.

1 Ausschließlich zur besseren Lesbarkeit der Texte verwende ich die männliche Form. Gemeint sind damit Personen jeden Geschlechts.

Theoretische Grundlagen für mein Trainingskonzept zur verbindlichen Kommunikation sind das St. Galler Coaching Modell sowie die kommunikationswissenschaftlichen Arbeiten von Paul Watzlawick, Friedemann Schulz von Thun, Marshall B. Rosenberg, Roger Fischer, William L. Ury und Bruce Patton.

Wozu braucht es verbindliche Kommunikation?

Die Kommunikationswissenschaft geht davon aus, dass 20 bis 25 Prozent des Erfolgs in einer Verhandlung, in einem Mitarbeitergespräch oder in einer Strategiebesprechung nicht von den Sachargumenten, den Daten, Zahlen und Fakten, abhängen. Bis zu 80 Prozent findet Kommunikation – zumeist unbewusst – nicht auf sachlicher Ebene, sondern auf der Beziehungsebene zwischen zwei (oder mehr) Menschen statt.
Jeder Gesprächspartner bringt seine eigene Persönlichkeit, seine Erfahrungen und Werte mit in jedes Gespräch – egal in welchem Kontext und egal, um welches Thema es gerade geht.

Es geht immer auch um Menschliches – niemals nur um eine Sache.

Wer mit verbindlicher Kommunikation alle Ebenen der menschlichen Kommunikation kennt, diese ansprechen und bei seinem Gegenüber „lesen“ kann, erhöht damit um bis zu 80% seine Chancen, den anderen wirklich zu verstehen und verstanden zu werden. Er legt damit eine sehr wesentliche Grundlage für den eigenen Erfolg – oft Hand in Hand mit dem Erfolg des Gegenübers.